Aktuelles
Am 15. Februar hieß es für die 45 besten TeilnehmerInnen der Auswahlrunde zur Internationalen Biologieolympiade: Auf nach Kiel! Voller Erwartungen an die bevorstehende Woche erreichten wir die Jugendherberge, wo wir uns nach der Anreise erst einmal stärken und die Schülerinnen und Schüler der anderen Bundesländer kennenlernen konnten. Alte Bekanntschaften wurden erneuert und neue geknüpft.
Der Montagmorgen begann früh, denn vier verschiedene Crashkurse standen auf dem Programm. Am Vormittag rotierten wir in drei Gruppen zwischen Seminaren, in denen wir lernten, wie man Blattquerschnitte einfärbt, Insekten genau betrachtet und Lösungen bis hin zu homöopathischen Konzentrationen verdünnten. Nach dem Mittag folgte die von einigen geschätzte, von anderen gefürchtete Bioinformatik. Der Umgang mit biologischen Datenbanken stellte manche vor Herausforderungen und führte bestimmt nicht nur einmal zu der Frage: Was macht der Computer da eigentlich gerade?
Am Abend war Zeit für Entspannung. Während einige das Gelernte wiederholten, entschieden sich die meisten dafür, gemeinsam Spiele zu spielen und die anderen besser kennenzulernen. Schließlich ist die IBO nicht nur ein Wettbewerb, sondern auch eine Möglichkeit für Austausch und Vernetzung mit Gleichgesinnten.
Der Dienstag begann erneut früh. Doch angesichts der anstehenden Praxisklausuren war mögliche Müdigkeit schnell vergessen. Die Disziplinen wechselten sich wieder ab, mit dem Unterschied, dass wir uns nun auf unser eigenes Wissen verlassen mussten. Die Physiologie überraschte uns mit Untersuchungen zum Harnstoff. Während der Zoologieklausur bestimmten einige konzentriert Muscheln, während andere versuchten, die Größe einer Papierschnipselpopulation in einem Fang-Wiederfang-Experiment zu schätzen – ein Vorhaben, das durch ungewollte Emigration der Individuen unter die Tische erschwert wurde. Auch die Botanik verlangte Fingerfertigkeit beim Anfertigen von Blattquerschnitten. Ein genaues Auge war beim Analysieren von Pollen im Bienenhonig gefragt.
Nach einer kurzen Mittagspause stand für die erste Gruppe die Bioinformatik an, die unsere Köpfe mit der Untersuchung der am häufigsten erforschten Gene nochmals forderte. Die zweite Gruppe beschäftigte sich unterdessen in einem Seminar zur Molekularbiologie damit, ob die rote, grüne oder gelbe Karte die richtige Antwort auf die gestellten Fragen war. Der Abend endete mit dem IBO-Motivationsvortrag, in dem uns Leon, Alex und Elias von ihren IBO-Erfahrungen des letzten Jahres in Kasachstan berichteten.
Am Mittwoch stand die anspruchsvolle Theorieklausur an. Während der 4,5 Stunden hörte man nur das Kratzen von Stiften auf Papier und beobachtete, wie der Inhalt des Snackwagens kontinuierlich abnahm. Eine der Komplexaufgaben behandelte den Verwesungsprozess von Leichen - ein Thema, das uns im Laufe der Woche noch mehrfach begegnen sollte. Wir überlebten glücklicherweise alle die Klausur und sogar die Nachbesprechung der Praxisklausuren. Die Hoffnung auf eine reiche Punkteausbeute schwand bei vielen, als klar wurde, was wir eigentlich hätten durchführen oder sehen sollen. Daher fühlten wir uns nun wie die richtige Zielgruppe für den bereits am Montag ausgewählten Film: Lars der kleine Eisbär. Während der Nachthimmel an der Kuppel des Mediendoms gezeigt wurde, zählten wir fleißig die Sterne im Großen Wagen und lernten sogar, dass der Buchstabe W für Westen steht.
Am Donnerstag fuhren wir landeinwärts zum Schloss Gottorf, wo uns die Toten der Theorieklausur wieder begegneten. Hier bestaunten wir die Moorleichen, welche unterSauerstoffverschluss im Torf über 2000 Jahre erhalten geblieben sind. Eine weitere Führung thematisierte die Unterschiede zwischen Barock und Mittelalter auf dem Schlossgelände. Den Abend gestalteten wir individuell. Während einige "Germany's Next Topmodel" verfolgten oder Karten spielten, bot Dennis, ein ehemaliger IBO-Teilnehmer, einen Tanzkurs an. Alle, die vom Sitzen der letzten Tage genug hatten, konnten sich hier an Walzer, Discofox und Linedance versuchen.
Der krönende Abschluss der Woche war die feierliche Preisverleihung in der Seeburg mit Blick auf das Wasser. Der Festvortrag befasste sich erneut mit forensischen Untersuchungsmethoden, die heute zur Aufklärung von Verbrechen genutzt werden. Dabei wurde uns klar: Einen Mord zu begehen, ohne Spuren zu hinterlassen, ist heutzutage schwieriger denn je.
Am Ende konnten sich 12 Personen auf ein Wiedersehen in der 4. Runde freuen. Aber auch für alle anderen war diese Woche eine unvergessliche Erfahrung. Ein großes Dankeschön an alle BetreuerInnen, die bis spät abends unsere Klausuren korrigierten und dafür sorgten, dass der Snackwagen stets gut gefüllt war. Ein besonderer Dank gilt Dr. Burkhard Schroeter, der seit Jahren die Organisation der IBO übernimmt.