Förderverein der BiologieOlympiade e.V.

Landesseminare

Potsdam, 06.–09. Februar 2023

Tag 1

Am Montag, 06.02.2023, trafen sich die besten Biologen der Klassenstufen 9-12 aus Brandenburg in Potsdam zum 20. Landesseminar Biologie an der Universität Potsdam. Ziel war die Vorbereitung auf die dritte Runde der Internationalen Biologieolympiade und auf die Europäische Wissenschaftsolympiade. Voller Motivation betraten wir 14 Schülerinnen und Schüler das Haus 26 der Universität Potsdam auf dem Campus in Golm. Nach einer kurzen Einführung durch unsere Betreuungs-Lehrer und einem Gruppenfoto im Schnee ging es auch schon los. Herr Dr. Kappel vom Institut für Biochemie und Biologie führte uns die Grundlagen der modernen Genetik ein. Anschließend widmeten wir uns der Zoologie mit Herrn Dr. Scheffler. Wir lernten viel über die Entwicklungszyklen der Insekten, präparierten außergewöhnlich reinliche Schaben und bestimmten Laufkäferarten. Angekommen in der Jugendherberge referierte uns Helene einen Vortag über ihre Doktorarbeit in der molekularen Onkologie.

Tag 2

Heute waren wir wieder intensiv auf den kleinen und großen Spuren des Lebendigen unterwegs – von den Kolonien der Mikroorganismen über aggressive Ameisen zu der vielgestaltigen Flora unserer Welt. Feuer und Flamme waren wir für die Arbeit im Labor mit Kittel und Gummihandschuh, was die erste intensive Phase des Tages bildete. Nach einer ausführlichen Belehrung gingen wir auch gleich zum Jonglieren mit Kolben, chemischen und biologischen Substanzen, Bunsenbrennern, Pipetten und Färbungsmitteln über. Auch Milch wurde zu wissenschaftlichen Analysen von Lebendkeimbildungen missbraucht. Hauptziel war das Untersuchen unserer geliebten Bakterien, Mikroskopieren und Säen verschiedener Kulturen eingeschlossen. Wir heizten ihnen auch ordentlich ein, um die Hitzebeständigkeit der Bakterien auf die Probe zu stellen. Zum Schluss wagten wir uns sogar an ein etwas mehr herausforderndes Experiment, nämlich die Hemmung des Wachstums der Kolonien durch Lysozym. Nach einer kleinen Stärkung ging die Forschungsreise von den Innenräumen der Labore zu den Innenräumen der Gewächshäuser im wunderschönen, winterlich eingeschneiten Park von Schloss Sanssouci. Dort führte uns Marvin ein bisschen mehr in die Welt der Botanik ein und zeigte uns Biodiversität am Beispiel der Pflanzen, die in allen Farben und Formen in den tropisch-warmen Glashäusern vegetierten, blühten und wucherten. Stachelige Sukkulenten, althergebrachte Nutzpflanzen, bunte Orchideen, blutrünstige Karnivoren, etwas klein geratene Riesenmammutbäume &nash; es fühlte sich an, als hätte man die Vegetation der gesamten Welt in diese Häuser gequetscht. Durch die maximale Wissensabfüllung erschöpft, freuten wir uns auf die Rückfahrt zur Jugendherberge mit Bus und Bahn. Da angekommen, blieb uns der Abend für die Vorbereitung unserer Vorträge.

Tag 3

Beim heutigem Praktikum mit Herrn Dr. Kummer drehte sich alles um die bunte und vielblättrige Welt der Botanik. Nachdem die Unterschiede zwischen Mono- und Dikotyledonen geklärt waren und verschiedenste Sorten an Getreide voneinander unterschieden werden konnten, hieß es: „jetzt wird´s bunt“. Und damit starteten wir mit dem Bestimmen von Blütenformeln von Schneeglöckchen, Osterglocken und Kirsch-Pflaumen durch und erfreuten uns an der Blütenpracht. Erstaunend war ebenfalls, dass selbst von einem Apfel ausgehend noch die Blütenformel der Apfelblüte ermittelt werden konnte, allerdings nur mit eingeschlossenem Zweiteilen des Apfels. Im Anschluss ging es zurück zur Mikrobiologie, denn die gestrigen Bakterienkolonien, die die Nacht bei molligen 30 oder 37 Grad Celsius verbracht und sich stark vermehrt hatten, warteten bereits auf uns. Auch wenn die Antibiotika und Lysozyme einige von ihnen dahingerafft hatten, bereitete das Wiedersehen dem Großteil von uns doch Freude. Die Nachmittagsgestaltung setzte sich aus interessanten Vorträgen zusammen, die wir am gestrigen Tag vorbereiteten und auch mit eventueller Nachtschicht fertig gestellt hatten. So erfuhren wir zahlreiches Neues aus der Welt der Neurophysiologie und betrachteten eine Vielzahl sehr besonderer Arten etwas genauer, bis uns durch die Biolumineszenz ein Licht aufging. Den Besuch im Kino hatten wir uns danach wirklich verdient und so ließen wir den letzten Abend mit einem kleinen Körpertausch im Film „Aus meiner Haut“ entspannt ausklingen.

Tag 4

Am letzten Tag erhielten wir einen Einblick in die Zelle, insbesondere erklärte uns Professor Gräf die Bedeutung und Veränderung von Proteinen an den Centrosomen während der Zellteilung. So bekamen wir einen tiefen Einblick in die biochemischen Vorgänge in unseren Zellen. Das Landesseminar bot die vielfältigsten Möglichkeiten für jeden einzelnen, sein bisheriges Wissen auf den Prüfstand zu stellen. Darüber hinaus wurden neue Bekanntschaften gemacht. Herzlichen Dank an die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Potsdam, ebenso unsere ehemaligen Teilnehmern der IBO: Helene, Doro, Marvin und Thorben sowie den Betreuungslehrern: Mario Dahse, Marie-Curie-Gymnasium Wittenberge, Frank Heinrich, Gauß-Gymnasium Frankfurt(O) und Torsten Leidel, Weinberg-Gymnasium Kleinmachnow.

Die Teilnehmer des 20. Landesseminar